Herzlich Willkommen

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Wir sind die Land- und Gartenwirtschaft Böllersen!

Letztes Jahr im Frühling war es soweit - wir durften unseren ersten eigenen Acker betreten und unsere wilden Ideen umsetzen. Naja - eigentlich ist es rechtlich nicht unser Acker; und eigentlich waren unsere Ideen auch nicht wild. Aber genau so fühlte es sich an: Aus grauer Theorie und phantastischen Plänen sollte endlich Realität werden! Aber von Anfang an: Mein Name ist Vivian Böllersen und ich habe im April 2015 meinen ersten eigenen Betrieb in der Landwirtschaft gegründet. Davor war ich Studentin, Hobbygärtnerin und Bioladen-Verkäuferin. Das meiste davon bin ich immer noch, nur das Studium hatte ich kurz zuvor mit meiner Masterarbeit "Möglichkeiten und Grenzen des ökologischen Walnussanbaus in Brandenburg" zu Ende gebracht. Schon dabei half mir Marcel, die betriebswirtschaftlichen Erhebungen durch Excel zu jagen und wurde seit dem ebenfalls vom Walnussfieber gepackt. Wir haben uns mehr oder weniger im Studium (eher im Studentenclub) kennen gelernt und gehen seitdem gemeinsam unseren Träumen und Zielen nach. 

Wie die Stadtkinder das Landglück fanden

Mit der Erkenntnis im Bauch, dass man Walnüsse sehr wohl auch bei uns erzeugen kann und dass es nur dem richtigen Anstoß bedarf, um Walnussbäumen in Deutschland wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, machten wir uns auf die Suche nach Land. Gemeinsam durchforsteten wir Angebote, schrieben etliche Male unser Betriebskonzept um und stellten Kreditanfragen. Lange ohne Erfolg. Der Zugang zu Land als Basis unserer landwirtschaftlichen Vision entpuppte sich als schwerer als gedacht. Die Landpreise über öffentliche Ausschreibungen waren horrend, die Banken konnten unserer Idee keinen schnellen Kapitalrückfluss zugestehen und private Kontakte zu Landwirten oder Dorfgemeinschaften hatten wir nicht. 

Schließlich ließen wir in einigen Regionalblättern der örtlichen Presse eine Anzeige laufen. Und siehe da - nach einigen Wochen der eher weniger gebräuchlichen Rückmeldungen fand sich eine Privatperson aus Velten bei Berlin, die genau das passende Stück Land mit genau den passenden Ansprüchen an dessen Bewirtschaftung zu bieten hatte! Wir waren glückselig und trafen mit dieser sowieso schon herrlichen Fügung auch noch mit den Ökonauten zusammen, die uns mit der Finanzierung der Flächen helfen wollten. 

 

Walnussanbau 2.0

Heute stehen auf den 4,4 ha Grünland ganz dicht an Berlin 130 Walnussbäume in über 20 verschiedenen Sorten. Die nächsten Jahre sollen noch 70 Bäume hinzukommen, sodass wir  in absehbarer Zeit einen idyllischen Walnusshain mit rund 200 Bäumen auf den Veltener Luchwiesen zu stehen haben. 

Ziel ist eine ökologische, extensive Bewirtschaftung der Flächen sowie eine Ertestung der gepflanzten Sorten für den Standort Brandenburg. Langfristig soll uns die Walnussanlage ein sicheres Zubrot bieten und gleichzeitig die Vielfalt der Walnuss und die Wahrnehmung ihrer Anbauwürdigkeit nach Deutschland zurückholen. Deshalb biete ich auch Beratung für geplante Walnusspflanzungen an, halte Vorträge und organisiere Treffen für Walnussinteressierte. Die Bereitstellung der geeigneten Pflanzware gehört genauso dazu wie eine umfassende Sortenberatung. Ich bin jetzt also ganz offiziell Walnuss-Fachidiotin und für jede Schandtat im Walnussbereich gewappnet =)

 
Mehr als nur Nüsse

Wie es der Zufall so wollte ergab es sich, dass sich auf dem Nachbargrundstück in Velten ein alter Gärtnerhof mit nicht mehr ganz ausgenutzten Betriebsflächen befand. Diesen sprachen wir an und bekamen promt die Möglichkeit, das alte Gewächshaus des Gärtnerhofs für unsere Zwecke wieder flott zu machen! Zwar konnten wir uns die Erneuerung des Daches nicht leisten, aber der Aufbau von Beeten, die Einbringung fruchtbarer Erde sowie das Aussäen feiner Gemüse- und Wildkräuterarten konnte unter unserem und dem Einsatz vieler Freunde, Bekannter und Ökonautenmitglieder gestemmt werden: Galerie

So kam es, dass ich schon im ersten Jahr meiner Existenzgründung in der Landwirtschaft frische Produkte nach Berlin liefern und somit bereits einen kleinen Nebenverdienst durch den Gartenbau generieren konnte. Mein Haupteinkommen verdiene ich nach wie vor im 'Hofladen im Kiez' - einem der schönsten inhabergeführten Naturkostfachmärkte Berlins! Schaut gerne mal vorbei - besonders im Sommer haben wir ein großes Sortiment an Obst und Gemüse direkt vom Bauern aus der Region!

Vivian Böllersen (28), M.Sc. Öko-Agrarmanagement

Marcel Schatte (41), Dipl.Ing. (FH) Landschaftsnutzung und Naturschutz